"Unternehmen brauchen eine
'Hier und jetzt' Unterstützung"


«Digitale Schweiz» ist eine neutrale und unabhängige Initiative von Unternehmen und Experten zur Förderung einer nachhaltigen digitalen Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz Wir haben mit Initiator Roger Gisi über seine Erfahrungen, seine Einschätzung über den Innovationsgrad Südtiroler Unternehmen und den Vergleich zu Digital Südtirol gesprochen.

Herr Gisi, ist Digitalisierung mehr Hype als Realität?

Ja und Nein. Medial gesehen oft schon, allerdings steht dahinter ein realer Vorgang. Wenig sexy gesagt, sehe ich in der Digitalisierung die konsequente Fortsetzung der Industrialisierung – allerdings mit höherem Tempo und in einer globalisierten Welt. Hätten wir nicht den Digitalisierungs-Hype, würde sich niemand um die Potenziale der Informationstechnologie zu Gunsten von Wirtschaft und Unternehmen kümmern. Insofern bin ich dem Hype nicht verfallen, aber dankbar, dass es ihn gerade gibt.

Worin liegen die wirklichen Chancen?

Wir müssen realisieren, dass Digitalisierung nicht einfach Sache des IT-Leiters, Studienverfassers oder Unternehmensberaters ist. Sie beginnt bei jedem Einzelnen im Kopf. Deswegen brauchen wir auch in allen Bereichen, auf allen Stufen mehr Menschen, die erst einmal diese Herausforderungen grundsätzlicher Art verstehen. Vernetztes, offenes, kollaboratives und interdisziplinäres Denken ist gefordert.

Mit welchem Mehrwert für die Unternehmen?

Wir sollten genau da ansetzen und aktiv Rahmenbedingungen schaffen, mit denen unsere Unternehmen sich durch Kundenorientierung profilieren können. Mit diesem Ansatz kann gerade eine von Klein- und Mittelunternehmen geprägte Struktur wie Südtirol profitieren. Das Beispiel Digital Südtirol setzt aus meiner Sicht genau richtig an. Ein Macher-Ansatz. Jetzt starten. Ist das nicht genau der Sinn einer Digitalen Roadmap für Unternehmen? Wir müssen Ernsthaftigkeit signalisieren. Und dann müssen wir nach der Wirkung priorisieren und vorgehen.

Wie kann ein Beispiel für ein Unternehmen aussehen?

Ich denke da an «Hier und Jetzt» Unterstützung für die Unternehmen, wo alle ihre Arbeitsweisen auf die digitalen Innovationszyklen gerade jetzt in Coronazeiten in der Wirtschaft umstellen müssen, an Digitalem Marketing, neuen Vertriebskanälen, eine interaktive Einbindung der Kunden über stärkere Online-Präsenzen, eine digitale Gästeansprache für Unterkunftsbetriebe. Es gibt in jeder Branche ganz gezielte Bedürfnisse und Möglichkeiten, wo die digitale Integration dringender denn je angegangen werden muss. Ein großer Pluspunkt von Digital Südtirol ist die Kombination der Branchenangebote mit unterschiedlichen Ansprüchen und Prioritäten mit dem Überbau stetig ausbaufähiger Dienste. Die daraus folgenden Mehrwerte für Unternehmen und deren Kunden sind offenkundig.

Es gilt das Potential zu nutzen und laufend zu erweitern?

Es geht kein Weg daran vorbei. Weder für den kleinen Handelsbetrieb, den Handwerker, den Unterkunftsbetrieb oder dem internationalen Industrieunternehmen. Der Lösungsansatz liegt in der Veränderungsbereitschaft. Die Digitalisierung beginnt im Kopf, dann beim Unternehmen. Dass sie sowohl Ängste wie auch Chancen auslöst, ist bekannt. Aber das Digitale ist ja seit den 1960er Jahren unterwegs, einfach die Geschwindigkeit und die Globalisierung haben rasant zugenommen.

Wo sehen Sie die kommenden Chancen von Initiativen wie Digital Südtirol?

Wir müssen konkret im Angebot sein, die Unternehmen dort abholen, wo sie es am dringendsten benötigen. Der Kundennutzen und nicht die Technologie steht im Vordergrund. Es geht also darum, wie wir die heutigen technologischen Möglichkeiten, über die Vernetzung, in Nutzen umwandeln. Um Erfahrungsaustausch, wie konkrete Angebote im Sinne einer Digitalen Grundversorgung die Geschäftsstrategie, das Businessmodell und die Markt- und Kundenentwicklung unterstützen und erfolgreich verändern kann. Digital Südtirol geht hier aus meiner Sicht den genau richtigen Weg.

Ihre Aussicht für die Zukunft

Wir brauchen in allen Bereichen, auf allen Stufen mehr Menschen und Kompetenzen, die diese Herausforderungen grundsätzlicher Art verstehen. Vernetzt, offen, kollaborativ und interdisziplinäres Denken ist gefordert. Also digitale Pioniere, die Prozesse aus der Perspektive des Kundennutzen angehen. Digital Südtirol wird von Vorreitern getrieben, die den dauerhaften Wert der Digitalisierung vermitteln möchten. Aber wir müssen einfach an Synchronisation und Geschwindigkeit zulegen. Niemand wartet auf uns; wir können das einsehen oder nicht für unseren Standort- und Wettbewerbsvorteil nutzen.

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Roger Eric Gisi, Besitzer von SEMP Schweizer Experten und Marktplattformen GmbH, hat die Initiative «Digitale Schweiz» gegründet mit dem Ziel, Unternehmen aus allen Bereichen zur Nutzung der Möglichkeiten zu motivieren, welche die digitale Transformation bietet. Anhand von Projekten, der Vernetzung von Kompetenz und Expertise und konkreten Lösungen sollen verschiedene Vorhaben angestoßen werden. Die Plattform folgt einem offenen, kollaborativen Modell und steht allen Sektoren und Anwendungsfeldern offen.

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